U19 Typhoons feierten Abschied

das-aquila-dance-teamWehmut lag am Samstag über dem Rather Waldstadion, als es für die U19 der TFG Typhoons zu einer wahren Abschiedsvorstellung kam. Sie sagte Tschüss mehr als einem Dutzend Seniors, die mit dem letzten Saisonspiel gegen die Bielefeld Bulldogs altersbedingt auch ihre letzte Partie für die „Fliedner-Schüler“ bestritten, Tschüss der Saison 2016 und Tschüss der Regionalliga des American Football und Cheerleading Verbandes (AFCVNRW). Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist – und schöner kann es wohl kaum noch werden. Stand die Regionalliga-Meisterschaft für die Mannen von Head Coach Jens Ruffert bereits seit Wochen fest, veredelten seine Jungs den Titel noch mit einer Perfect Season, einer Saison ohne jeglichen Punktverlust. Gegen die Gäste aus Ostwestfalen holten sie im zehnten Saisonspiel den zehnten Sieg, wobei sie 2016 durch den 41:00-Heimerfolg nicht weniger als sieben Mal zu Null aus dem Spiel gingen.

Dabei hatte man von Spielbeginn an das Gefühl, dass die Abschiedsstimmung im weiten Rund des Typhoons-Schmuckkästchens am Rande des Aaper Waldes der sportlichen Leistung nicht unbedingt zuträglich wäre, geriet das letzte Ligaspiel der Saison doch über weite Strecken zu einer vergleichsweise zähen Angelegenheit. Allerdings gelang es den Typhoons zwischendurch immer wieder mal, wahrlich beeindruckende Highlights zu setzen, die die Zuschauer unter dem Tribünendach dann auch aus ihren Sitzen rissen. Den Anfang machte dabei Mitte des ersten Spielviertels in seinem letzten Typhoons-Spiel Quarterback (QB) Martin Pinter, dem in bekannt kraftvoller Art ein 70-Yard-Lauf in die Bielefelder Endzone gelang, wobei lediglich der Point-after-Touchdown (PAT) liegengelassen wurde. Im nachfolgenden Drive der Bulldogs-Offense konnte Linebacker Timo Schulz dann das nachholen, was ihm vor Wochenfrist in Bonn noch versagt geblieben war. Beim zweiten Versuch der Gäste hob er ab, hievte sich in die Flugbahn des vom Bielefelder QB auf seinen Receiver geworfenen Balles, pflückte das Ei herunter, um mit ihm anschließend noch liebevoll ein bisschen zu jonglieren, bevor er sich dann im letzten Spiel seiner Typhoons-Karriere zum ersten Touchdown derselben über 30 Yards in Richtung Bulldogs-Endzone aufmachte. Für das 14:00 sorgte anschließend eine Two-Point-Conversion (TPC), die Holder Fabian Büßelmann zielsicher in die Bielefelder Endzone wie auch in die Arme von Christopher Kähler warf.

Für die verbleibende Spielzeit des ersten Quarters war dann vor allem die Defense der Typhoons gefordert. Und auch wenn diese beileibe nicht ihren besten Tag erwischt hatte, die Bulldogs ein ums andere Mal in ihre Redzone hineinließ, so waren die Jungs von Defense-Coordinator Martin Pfeiffer doch ausnahmslos immer dann da, wenn es wirklich darauf ankam. So konnte Defense Back Nils Mohrmann den durchlaufenden Receiver gerade noch auf der eigenen 10-Yard-Linie stoppen, Defense Back Paul Seifert einen Bielefelder Passempfang im letzten Moment noch auf der eigenen Goal-Line verhindern. Zu Beginn des zweiten Quarters setzte dann Linebacker Jakob Löcker die ersten Akzente – erst mit einem QB-Sack, dann mit einer Fumble Recovery, nachdem Jan-Niclas Sablewski dem Bielefelder Running Back das Ei aus den Händen geschlagen hatte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es dann Defense Back Umut Tuglu, dem eine Interception auf der eigenen 5-Yard-Linie gelang.

Nach dermaßen vielen, unfreiwilligen wie notwendigen Defense-Highlights in Halbzeit eins bekamen die Mannen der Offense-Coordinators Dan-Serban Bins und Frank Willemsen das Spiel in Halbzeit zwei immer besser in den Griff. In der Folge gelang Mitte des dritten Quarters QB Martin Pinter das, was ihm kurz vor dem Halbzeitpfiff der Refs noch verwehrt geblieben war. Fand zu jenem Zeitpunkt sein 77-Yard-Lauf in die Bielefelder Endzone, für den er weit mehr als 100 Yards im Zickzack über das halbe Spielfeld zurückgelegt hatte, aufgrund eines Fouls im Backfield noch keine Anerkennung, gelang ihm nun mit einem 11-Yard-Lauf der Touchdown zum 20:00, für den er gleichermaßen eine deutlich längere Strecke zurücklegte. Das war dann der Startpunkt für die Typhoons, das Roster gehörig durchzumischen, galt es doch, den Seniors in ihrem letzten Spiel noch diverse Wünsche zu erfüllen, was ihre Position auf dem Spielfeld anbetrifft. Dessen ungeachtet konnte kurz vor dem letzten Seitenwechsel Jonas Boßmann die Typhoons-Führung ausbauen, nachdem er von QB Martin Pinter mit einem 56-Yard-Pass mustergültig bedient worden war. Damit gelang dem Running Back der Typhoons in seinem letzten Spiel, was seinem jüngeren Kollegen Jannik Glasmacher bereits eine Woche zuvor bei den Gamecocks in Bonn gelungen war – sich in der Typhoons-internen Allzeit-Scorer-Liste unter die Top10 zu schieben. Für das 27:00 sorgte anschließend Kicker Friedrich Jasper mit seinem erfolgreichen PAT.

Das vierte Quarter eröffnete in seinem letzten Spiel für die Typhoons Defense Back Steffen Fendel mit einer Interception, die die Offense der Gastgeber auf der 40-Yard-Linie der Bielefelder wieder ins Spiel brachte. Was dann folgte, war das Ergebnis der Trainingsarbeit der vergangenen Woche, in der speziell für die Seniors auf neuer Position designte Spielzüge entwickelt worden war. So etwas kann man sicher planen, man kann es trainieren – aber wenn es dann wirklich auch noch klappt, dann ist es einfach nur noch ein Traum. Gleich zwei solcher Träume gingen für die Typhoons bis zum Schlusspfiff noch in Erfüllung. Zunächst leitete QB Martin Pinter einen Reverse-Spielzug ein, an dessen Ende er das Ei wieder zurückbekam, um es dann über 40 Yards zum inzwischen als Tight End agierender Defense Liner Malte Korfmacher zu werfen, der nach sicherem Catch auf 34:00 stellen konnte. Wenige Augenblicke später sorgten ein Onside-Kick, ein starker Block von Defense Liner Jacob Lind sowie ein QB-Sack von Linebacker Timo Schulz dafür, dass die Bulldogs gehörig unter Druck gerieten und letztlich den Ball den Typhoons an ihrer eigenen 18-Yard-Linie wieder überlassen mussten. Die Folge: Der inzwischen als QB agierende Jona Willemsen warf einen zielgenauen Pass auf Wide Receiver Jöran Gerhold, der das Ei zurückwarf in die Hände des etatmäßigen Linebackers Friedrich Jasper, der sich dann in seinem letzten Typhoons-Spiel als Running Back auf den Weg machte zum ersten Touchdown seiner Karriere. Dass die beiden letztgenannten Drives derart erfolgreich gespielt werden konnten, daran hatte naturgemäß keinen unerheblichen Anteil die Offense Line der TFG Typhoons, aus der sich mit dem Spiel gegen die Bulldogs Jan-Niclas Sablewski, Schahin Salmanian, Max Mikulinskiy und Wilhelm Driesner verabschiedeten.

Mit der zum Aufstieg in die Bundesliga des deutschen Jugendfootballs, der German Football League Juniors (GFLJ), berechtigenden sportlichen Qualifikation ist die Saison 2016, die zehnte Spielzeit nach Gründung des Footballprogramms am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Kaiserswerth, für die U19 der TFG Typhoons nun Geschichte. Weiter geht es in 2017…

TFG Typhoons vs. Bielefeld Bulldogs 41:00 (14:00; 00:00; 13:00; 14:00)
Rather Waldstadion, Düsseldorf, 250 Zuschauer
06:00  70-Yard-Lauf Martin Pinter, PAT failed
14:00  30-Yard-Lauf Timo Schulz, TPC Christopher Kähler
20:00  11-Yard-Lauf Martin Pinter, PAT Friedrich Jasper
27:00  Jonas Boßmann nach 56-Yard-Pass Martin Pinter, PAT Friedrich Jasper
34:00  Malte Korfmacher nach 40-Yard-Pass Martin Pinter, PAT Friedrich Jasper
41:00  Friedrich Jasper nach 18-Yard-Pass Martin Pinter, PAT Friedrich Jasper

Ein paar Impressionen vom Spieltag gibt es hier: Bilder

 

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