Was wurde eigentlich aus…….? Domenic Saheb Djavaher (01.10.1989)

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Domenic, Du gehörtest zu der Generation der Schul-AG TFG TYPHOONS, die 2007 die erste Saison einer Schulmannschaft im Ligabetrieb des deutschen Footballs gespielt hat. Was hat Dich seinerzeit dazu bewogen, da mitzumachen?

Mein erster Kontakt mit den TFG Typhoons geht auf das Jahr 2006 zurück. Damals hatten alle Schüler die Möglichkeit, Namensvorschläge für das damals noch namenlose TEAM einzureichen und damit bei einer Verlosung Preise zu gewinnen. Mein Vorschlag „Die Superstrolche“ wurde Gott sei Dank abgelehnt, aber ich hatte einen Football gewonnen, den ich auch später mit in die Trainingsstunde nahm. Die meisten in dem TEAM kannte ich aus meiner damaligen Stufe. Als ich mich Anfang 2007 versuchte, in sportlicher wie musikalischer Sicht neu zu orientieren, lief ich Jens Ruffert über dem Weg und er schlug mir als Trainer des TEAMs der Typhoons vor, mitzumachen. Da ich in dieser Zeit außerhalb der Schule und des Orchesters ziemlich viel auf der faulen Haut lag und ja die meisten aus dem TEAM kannte, habe ich mich nach kurzer Zeit zum Mitspielen überredet.

Saheb Djavaher Domenic 0

Welche Position oder Positionen hast Du im TEAM gespielt?

In der ersten Saison war ich als Wide Receiver dabei. Das lag nicht nur daran, dass ich etwas kleiner und leichter war als die anderen, sondern auch an diesem Adrenalinkick, den ich beim Tragen des Balles über die gegnerische Linie hatte – wenn auch nur im Training bei einem Reverse. In der zweiten Saison konnte ich zum ersten Mal bei richtigen Turnieren bei ein paar gut gewählten Spielzügen gegen andere TEAMs auf dem Feld stehen. Das lag in erster Linie daran, dass ich als Wide Receiver nicht schnell genug war. Außerdem hatte ich etwas an Gewicht zugenommen und war nun in der Saison 2008 in die D-Linie gewechselt, wo ich die gegnerische O-Line aufhalten musste. Das war eine coole Zeit, da ich bei meinen entsprechenden Einsätzen auf dem Feld ein paar kleine Erfolge feiern konnte.

_TEAM-Foto domenic

Wie bewertest Du aus heutiger Sicht Deine Zeit als TYPHOON?

Es war eine schöne Zeit, weil ich nicht nur sportlich mehr Ausdauer, Kondition und Kontinuität bekam, sondern mich auch mit den meisten Mitspielern ziemlich gut verstanden habe. In dieser Zeit habe ich nicht nur Spaß und Quatsch erlebt, sondern auch viel über mich dazugelernt. Auch wenn ich nicht aus dem Holz geschnitzt bin, um American Football zu spielen und nach 2008 keinen Football mehr angefasst habe, bin ich sehr stolz darauf, ein Teil dieses TEAMs gewesen zu sein und miterlebt zu haben, wie eine Mannschaft den Status, der sie heute auszeichnet, aufgebaut hat.

Gibt es irgendwas aus Deiner TYPHOONS-Zeit, was Du für Dich und Dein Leben mitgenommen hast, wovon Du noch heute profitierst?

In der Zeit bei den Typhoons habe ich gelernt, dass man die Dinge, die man macht, immer konsequent durchziehen und weniger für die anderen, sondern in erster Linie für sich machen sollte. Ja, und dass man Dinge austesten sollte, ohne von vorne herein aus Unsicherheit oder Voreingenommenheit nicht zu machen. Auch wenn ich heute keinen American Football mehr spiele und im TEAM nicht der Beste war, habe ich es nie in Erwägung gezogen, vor Erreichen meines 19. Lebensjahres aufzuhören. Denn für die damalige Zeit war ich mit meinem Mitwirken bei den Typhoons zufrieden und hatte nie wirklich Angst, mich zu blamieren, auch wenn da andere vielleicht anders denken würden und ich heute, im Nachhinein, vieles anders machen würde – auch in Punkto Training, Angst abbauen usw.. Aber das Wichtigste, was ich dort gelernt habe, war eben, dass man mit sich selbst gegenüber nicht zu streng sein sollte, dass man sich nicht von außen verunsichern oder sich etwas einreden lassen sollte. Solange jeder innerlich das Gefühl hat, seinen Anteil zu etwas beigetragen zu haben und mit sich selbst darüber im Reinen ist, hat man damit schon einen großen Schritt gemacht. Ach ja, und außerdem habe ich TEAMarbeit, um die ich früher immer einen großen Bogen gemacht hatte, mehr zu schätzen gelernt, genauso wie die Tatsache, dass man nicht immer zu sehr auf sich selbst bezogen sein und dabei eine Einzelkämpfermentalität an den Tag legen sollte.

Was oder welches Ereignis ist Dir aus Deiner TYPHOONS-Zeit am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben?

Da gibt es so einiges. Z.B. die Wichtel-Abende, bei denen wir alle viel Spaß miteinander hatten und uns mit trashigen Geschenken übers Ohr gehauen haben. Nicht nur das, sondern auch der Lippebowl 2008, wo wir zwei Tage lang außerhalb von Düsseldorf gewesen sind. Nicht zu vergessen, der Besuch im XXL-Restaurant nach einem unserer großen Siege, sowie – als mein persönlicher Schwanengesang – die Awards-Verleihung nach dem letzten Spiel, an dem ich beteiligt gewesen bin.

Hast Du nach Deiner TYPHOONS-Zeit das Pad für immer ausgezogen oder ging es für Dich mit Football in irgendeiner Form weiter?

Nein, das Pad habe ich nach meinem Ende bei den Typhoons endgültig abgelegt und – zusammen mit zahlreichen anderen Ausrüstungsgegenständen – zurück zum Fundus unserer Trainer Ruffert, Pfeiffer, Bins und Herrmann gegeben. Behalten habe ich lediglich ein blaues Trikot und zwei Handschuhe als Erinnerungsstücke. Nein, danach stand es für mich nie zur Debatte, nochmal in einem TEAM für American Football mitzuspielen oder etwas anderes in dieser Richtung zu machen. Auch wenn ich die Erfahrungen in meiner Typhoons-Zeit nicht missen möchte, so habe ich doch in dieser Zeit feststellen müssen, dass Football nicht der Sport ist, den ich bis zu meinem Lebensende machen möchte.

Losgelöst von Football: Wie ging Dein Leben nach dem TFG-Abitur weiter?

Ich habe nach dem Abitur 2009 anstelle des Bundes ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) in Ratingen im Amt für Grünflächen- und Umweltschutz absolviert, wo ich – ziemlich unsportlich – in erster Linie Tabellen und Diagramme über Luftqualität und Fluglärm am PC ausgewertet habe. Bis zum Ende 2009 blieb ich dem TFG noch als Mitglied des Orchesters erhalten. Im FÖJ kamen Seminare dazu und das Ganze ging bis zum 31.Juli 2010. Danach erstmal Urlaub, bevor ich ab September dann mit den Vorbereitungen für mein Physikstudium an der Ruhr-Universität Bochum begann. In dieser Zeit nahm ich als Gast noch ein letztes Mal an dem weihnachtlichen Wichtel-Abend der Typhoons teil. Mit dem Studium war ich aber alles andere als zufrieden, deshalb habe ich nach einem Semester abgebrochen, bevor ich von Mai bis Juli 2011 ein Praktikum im Wasservogelreservat Wallnau auf der Ostseeinsel Fehmarn, das zum NABU gehört, abgewickelt habe. Zu den Aufgaben dort gehören das Verwalten der Besucherstation, das Überwachen von schottischen Galloway-Rindern, sowie das Erfassen von Vogelbeständen. Um diese Zeit herum habe ich auch zum ersten Mal von einem Studiengang namens „Waldwirtschaft und Umwelt“ gehört, der in vier Städten angeboten wird, darunter auch in Freiburg.

Wie sieht Dein Leben heute aus? Was machst Du heute?

Seit dem 1. Oktober 2011, meinem 22. Geburtstag, wohne ich in Freiburg, wo ich seitdem auch für den Studiengang „Waldwirtschaft und Umwelt“ an der Albert-Ludwigs-Universität eingeschrieben bin, mit Meteorologie und Klimatologie als Nebenfach. Im Gegensatz zum Physikstudium konnte ich hier bei Weitem bessere Leistungen erzielen, sodass ich Ende diesen, Anfang nächsten Jahres meinen Bachelorstudiengang abschließen kann. Außerdem bin ich seit meinem Studienbeginn mit der Geige im Freiburger Studentenorchester involviert (mit CD-Aufzeichnungen unserer Konzerte, die z.T. ausverkauft waren), helfe einigen Freunden und Kommilitonen bei der Gestaltung eines Gemüsegartens mit und schaue ab und zu auch bei der Fachschaft unserer Fakultät vorbei. Sportlich versuche ich auch, auf dem Damm zu bleiben: regelmäßig Fahrrad fahren, Joggen und gelegentlich auch mal bei der Fitnessgymnastik vom Uni-Sport nachschauen.

Was glaubst Du, wie wird Dein Leben in fünf Jahren aussehen? Was wirst oder hoffst Du dann zu machen?

In erster Linie hoffe ich natürlich, etwas zu machen, womit ich wirklich glücklich und zufrieden bin und damit auch auf eigenen Beinen stehe. Ich sollte dabei die Möglichkeit haben, selber genug freie Hand zu haben. Dabei muss es nicht einmal etwas sein, was mit dem, was ich jetzt mache, zu tun haben muss. Hauptsache ich werde glücklich damit. Zurzeit steht im Raum, einen Master für Forstwissenschaften hier in Freiburg anzugehen und damit die Möglichkeit zu haben, überall – naja, zumindest bei den meisten – auf offene Tore und Türen zu stoßen.

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Hast Du noch irgendwelche Verbindungen zu den TFG TYPHOONS?

Nein, weder zu (Ex-)Mitgliedern aus der Mannschaft noch zu den Leitern/Organisatoren/Coaches vom TEAM. Nach meinem Wegzug aus Düsseldorf war es alles andere als leicht, noch eine Bindung zu einem Platz, an dem ich nicht mehr lebe, aufrecht zu erhalten, zumal die ersten Jahre in Freiburg auch sehr aufregend gewesen sind und ich hier viele neue Leute kennengelernt habe. Einmal noch habe ich einem alten TEAMkollegen per Handy alles Gute zum Neuen Jahr gewünscht, das war’s dann aber auch schon.

Wird man Dich 2014 bei Heimspielen der TYPHOONS auf der Tribüne sehen können?

Das ist ziemlich unwahrscheinlich, denn in Freiburg bin ich mehr als ausgelastet und bis auf meine Familie gibt es auch keine Kontakte mehr in Düsseldorf, die mich zum Kommen motivieren könnten. Ich bin einfach viel zu selten in der Stadt, deshalb werden die Zuschauer auf die Anwesenheit von zumindest einem Veteran verzichten müssen.

Gibt es irgendwas, was Du der heutigen TYPHOONS-Generation mit auf den Weg geben möchtest?

Ja, an alle, die jetzt im TEAM sind: zieht das durch, habt euren Spaß bei der Sache und sorgt dafür, dass die Typhoons auch in Zukunft ganz vorne in der Liga dabei sein werden. Seid dabei aber nicht zu verbissen und zu verkrampft – das Wichtigste bei der Sache ist immer noch der Enthusiasmus, und den solltet ihr sowohl bei den Trainingsstunden als auch bei einem ruhigen Plausch untereinander nicht verlieren. Seid alle respektvoll zueinander, auch wenn es immer eine Person im TEAM geben mag, mit der sich eine andere Person nicht gerade auf Schmusekurs befindet. Wenn es mal gegnerische TEAMs geben sollte, die mit eurem Sieg nicht klarkommen und euch vor die Füße spucken statt euch die Hand zu geben: vergesst diese Leute und nehmt euch deren Verhalten nicht zu sehr zu Herzen. Wenn es negativ geladene Personen im näheren Umfeld geben sollte, die euch das Gefühl geben, ihr hättet es nicht verdient, im TEAM mitzuspielen oder ein Spiel zu gewinnen: schickt ihnen schöne Grüße von mir aus Freiburg, vielleicht komme ich sie ja mal persönlich besuchen, um mit ihnen unter vier (bzw. hinterher weniger) Augen zu sprechen. Harharharhar!!!!!

Domenic, lieben Dank für dieses Interview. Wir wünschen Dir für Deine Zukunft alles Gute.

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