U16 TFG Typhoons sind NRW-Meister

HC Jens RuffertZehn Wochen nach der Hauruck-Gründung des U16-Teams am Theodor-Fliedner-Gymnasium (TFG) in Düsseldorf-Kaiserswerth haben die Mannen von Head Coach Jens Ruffert die Meisterschaft in der Oberliga geholt, der zweithöchsten U16-Spielklasse des American Football & Cheerleading Verbandes Nordrhein-Westfalens (AFCV/NRW). Am Ende des am gestrigen Abend als „Friday Night Lights Game“ in der Jahnkampfbahn in Solingen ausgetragenen Finales stand ein hart erkämpfter 13:06-Erfolg (0:0; 7:0, 0:0; 6:6) bei den gastgebenden Steelers.

Es war ein Abend, an den alle Beteiligten sicherlich noch lange zurückdenken werden. Und der Beteiligten gab es gar nicht mal so wenige: Annähernd 300 Zuschauer, darunter mehr als 100 Fans der TFG Typhoons, hatten sich trotz für den Kick-off vorhergesagten Regens auf den Weg in die Jahnkampfbahn gemacht und bekamen dafür ein ausgesprochen stimmungsvolles Flutlicht-Ambiente sowie eine bis zum Schlusspfiff packende Partie geboten. Begleitet wurde sie von hoch kompetenten, wohltuend sachlichen und ausgesprochen objektiven Kommentaren seitens des Solinger Stadionsprechers, die man in dieser Form als Auswärtsmannschaft kaum einmal erfahren darf. All dieses schien dann auch Petrus nachhaltig beeindruckt zu haben, verschob er doch den angekündigten Regen auf Sekunden nach Schlusspfiff.

Das Finale begann mit dem Kick-off der Solingen Steelers, dem ein ausgesprochen vielversprechender erster Drive der Typhoons-Offense folgte, bei dem man das Gefühl hatte, die Jungs von Offense-Coordinator Dan-Serban Bins wollten ihren Gegner quasi überrennen. Die Running Backs (RB) Umut Tuglu und Andreas Kaiser, Quarterback (QB) Martin Pinter und Wide Receiver Jöran Gerhold brachten ihr Team bis an die gegnerische 22-Yard-Linie, an der dann allerdings das Ausspielen des vierten Versuchs misslang. Aus dem Überrennen der Gastgeber war nichts geworden – aber man hatte sie offensichtlich beeindruckt. So sicher das Passspiel der Steelers im darauffolgenden Drive erschien, so jäh endete es an der 35-Yard-Linie der Typhoons, als Linebacker Friedrich Jasper eine Interception gelang. Bis zum Ende des ersten Quarters stand somit wieder die Typhoons-Offense auf dem Platz, die dann aber auch nicht weiter kam, als im vierten Versuch bis in die Solinger Redzone zu punten.

Mit Beginn des zweiten Quarters überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst war es Defense Liner Jacob Lind, der mit einem Sack tief im Backfield seine Visitenkarte beim Solinger Quarterback abgab und für großen Raumverlust auf Seiten der Gastgeber sorgte. Somit blieb den Steelers nichts anderes übrig als zu  punten, was ihnen allerdings gehörig misslang, sodass die Typhoons den Ball auf der gegnerischen 31-Yard-Linie sichern konnten. Von dort aus konnte sich die Offense der Typhoons dann durch einen kurzen Lauf von Umut Tuglu, einen langen Pass auf Wide Receiver Timo Schulz und einen weiteren Lauf von QB Martin Pinter bis auf die Steelers 1-Yard-Linie vorarbeiten. Drei allenfalls mäßige Versuche sowie zwei Strafen gegen die Typhoons sorgten dann allerdings dafür, dass wenig später alles nach dem Versuch eines 26-Yard-Fieldgoals aussah. Stattdessen warf Holder und Rookie-Quarterback Fabian Büßelmann das Ei in die Endzone, das der beim Catch-Versuch ins Flutlicht blickende Timo Schulz aber nicht sichern konnte. Der Ball war wieder bei den Steelers – aber nur für wenige Augenblicke. Die hatten nämlich erhebliche Schwierigkeiten bei der Ballübergabe, sodass der nicht nur als Wide Receiver, sondern auch als Linebacker agierende Timo Schulz den Ball auf der Solinger 6-Yard-Linie sichern konnte. Und die Typhoons-Offense war anschließend nicht gewillt, dieses Geschenk aus der Hand zu geben. Umut Tuglu lief unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Typhoons-Fans auf den Rängen hinter der Teamzone mit dem Ball in die Solinger Endzone, Jonas Boßmann erhöhte mit seinem erfolgreichen Point-after-Touchdown (PAT ) auf 7:0. Dass dieser Spielstand dann auch noch zur Halbzeit Bestand hatte, dafür sorgte im anschließenden Drive der Steelers Offense zum einen Defense Back Tim Schlenger, der den durchbrechenden Wide Receiver im letzten Moment auf Höhe der eigenen 20-Yard-Linie stoppen konnte. Zum anderen waren es Jacob Lind mit seinem zweiten Quarterback-Sack an diesem Tag sowie Defense Back Dwayne Lieck, der mit seiner Interception auf der eigenen 18-Yard-Linie den wütenden Angriffen der Gastgeber ein Ende setzte. So waren es letztlich die Mannen von Defense-Coordinator Martin Pfeiffer, die mit einer bärenstarken Leistung die Typhoons bis zur Halbzeit im Spiel gehalten hatten, während es die Offense durch eine Vielzahl an überflüssigen, schmerzvollen Raumverlust zufügenden Flaggen nach ihrer anfänglichen Einschüchterung des Gegners versäumt hatte, mehr als einen 7-Punkte-Vorsprung herauszuholen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Drive der Solinger Offense, an dessen Ende nicht mehr als ein Punt auf die 40-Yard-Linie der Typhoons stand. Von dort aus machten sich mit mehreren Läufen die Running Backs Umut Tuglu und David Görz sowie dreimal QB Martin Pinter auf den Weg Richtung Steelers Endzone, ohne sie aber zu erreichen. So blieb nicht mehr als der Versuch eines 25-Yard-Fieldgoals durch Kicker Jonas Boßmann, der aber knapp am Gestänge vorbeiging. Dass die Typhoons ihren hauchdünnen Vorsprung ins letzte Spielviertel mitnehmen konnten, dafür sorgten anschließend die Linebacker Alexander Kraus und Paul Seifert, die zweimal nacheinander die Steelers-Offense stoppen konnten.

An Dramatik dann kaum noch zu überbieten war das letzte Quarter, das mit erneuten Problemen der Solinger bei der Ballübergabe begann und die Typhoons-Offense auf der gegnerischen 15-Yard-Linie aufs Feld brachte. Trotz dieser aussichtsreichen Feldposition gelang es den „Fliedner-Schülern“ allerdings nicht, das Ei in der Endzone unterzubringen, weshalb erneut ein Fieldgoal-Versuch – dieses Mal aus 30 Yards Entfernung – anstand. Gespielt werden sollte er als Fake – und als solcher misslang er gehörig. Aber nicht nur das: Wenig später gelang der Steelers-Offense ein 60-Yard-Lauf in die Endzone der Typhoons und es hieß nur noch 7:6. Grund genug für die Gastgeber, den Versuch einer Two-Point-Conversion zu unternehmen, deren Erfolg aber durch den beherzten Einsatz von Defense Liner Juliusz Konieczny verhindert werden konnte. Im nachfolgenden Drive wurde dann deutlich, dass die Offense der Typhoons kaum noch etwas hinzu zu setzen hatte; die Kräfte schwanden, zumal mit Jonas Boßmann, David Görz, Timo Schulz und Umut Tuglu inzwischen vier angeschlagene Spieler auf dem Platz standen bzw. gar nicht mehr mitwirken konnten. Am Ende des Drives stand ein Punt, der die Solinger Offense in Höhe der 35-Yard-Linie der Typhoons auf den Platz brachte. Konnte dann Jacob Lind noch einmal Schlimmeres verhindern, kamen die Steelers anschließend der Typhoons-Endzone gefährlich nahe. Vieles sprach in dem Moment dafür, dass die Partie endgültig kippen würde. Folgerichtig spielten die Gastgeber auch ihren vierten Versuch aus, an dessen Ende dann in Höhe der 9-Yard-Linie die Kettencrew aufs Feld musste. Das Ergebnis: Nur Inches fehlten den Solingern zu einem erneuten First Down. So kam 1:45 Minuten vor Ende der Partie nochmals die Typhoons-Offense aufs Feld. Ihr Bemühen: Ohne verbleibende eigene Auszeit und trotz leeren Tanks möglichst viel Zeit von der Uhr nehmen und tunlichst den Ball nicht mehr hergeben. Aus diesem Bemühen wurde im dritten Versuch ein unwiderstehlicher Lauf von QB Martin Pinter, der gleich mehrere Tackles brach und erst nach 90 Yards wieder zum Stillstand kam – in der Endzone der Gastgeber. Der Jubel über das 13:06 kannte unter den mitgereisten Typhoons-Fans keine Grenzen, wenngleich der anschließende PAT nicht gelang. So blieb es letztlich der Defense der Typhoons überlassen, die es sich an diesem Abend wirklich verdient hatte, auch für die letzten Akzente dieses Finales zu sorgen. Juliusz Konieczny, Jacob Lind, Paul Seifert und Dwayne Lieck verhinderten im letzten Drive der Partie, dass es für die Solingen Steelers weiter ging als bis zur 50-Yard-Linie.

Punkt 20.00 Uhr erfolgte der Schlusspfiff der Referees. Die TFG Typhoons hatten die Solingen Steelers mit 13:06 bezwungen und damit die NRW-Meisterschaft in der U16-Oberliga geholt. Grund genug für den Küster der Kirche in Stadionnähe, die Glocken läuten zu lassen, Grund genug für Petrus, die Schleusen nun endlich zu öffnen. Zwischen Typhoons-Teamzone und Stadionrängen konnte das niemanden mehr wirklich stören. Von den Rängen ertönten Umut-Umut- (RB Tuglu) und Martin-Martin-Rufe (QB Pinter), das Team präsentierte zum Dank dafür die beiden Typhoons sowie Head Coach Jens Ruffert auf den Schultern der Spieler. Den Schlusspunkt der Feierlichkeiten bildete eine von Martin Pinter und Paul Seifert angestimmte Humba. Es war ein Abend, an den alle Beteiligten sicherlich noch lange zurückdenken werden.

Solingen Steelers vs. TFG Typhoons 06:13 (0:0; 0:7; 0:0; 6:6)
Jahnkampfbahn/Walder Stadion, Solingen, 300 Zuschauer
00:07  6-Yard-Lauf Umut Tuglu, PAT Jonas Boßmann
06:07  60-Yard-Lauf Solingen Steelers, TPC failed
06:13  90-Yard-Lauf Martin Pinter, PAT failed

Einige Impressionen vom Finale gibt es hier: Bilder

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